Steil Gestaltung & Typographie
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Volker Lang: Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz Erster Platz im nichtoffenen Gestaltungswettbewerb

Der Hamburger Bildhauer Volker Lang gewann den internationalen Gestaltungswettbewerb für den Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz, den die Freie und Hansestadt Hamburg veranstaltet hat. Sein Entwurf, ein offener dreieckiger Pavillon, wird 2015 neben dem bekannten Kriegsklotz von Richard Kuöhl und dem Anti-Kriegsdenkmal von Alfred Hrdlicka am Hamburger Dammtorbahnhof realisiert.
Geprägt wird der Pavillon nicht zuletzt durch zwei Wände mit Collagen von Helmut-Heißenbüttel-Texten, die als Schriftgitter ausgeführt sind. Deren Schrift ist ein Entwurf von mir, die Gestaltung der Wände wurde in engster Abstimmung mit Volker Lang vorgenommen. Ausgeführt werden sie im Bronzeguss.

Ein Jahr nach der Einweihung sieht der Pavillon so aus:
Der Gedenkort für Deserteure

Ergänzt wird der Gedenkort durch Außenstellen an Inhaftierungs- und Hinrichtungsorten. Dort werden Informationstafeln aufgestellt, die die Gestaltung der dritten Wand des Pavillons aufnehmen. Deren typographische Gestaltung liegt ebenfalls in meiner Hand.

Zur Entstehung:

Einige Bilder des Modells des Gedenkorts und von der Präsentation aus der Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge im Juni 2014:
Das Modell des Pavillons (transportbedingt leicht lädiert):
Gedenkort für Deserteure
Volker Lang (Mitte) vor den Plänen:
Gedenkort für Deserteure
JS im Gespräch mit der Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler und Detlev Garbe von der Gedenkstätte Neuengamme:
Gedenkort für Deserteure
Ein Besucher vor der Präsentation:
Gedenkort für Deserteure

Im Juli 2015 war Baubeginn im Rahmen einer kleinen Veranstaltung, bei der die Kultursenatorin Barbara Kisseler, der Bildhauer Volker Lang und der Deserteur Ludwig Baumann kurze Reden hielten. Neben einem Modell des zentralen Gedenkortes war dessen Grundriss am Boden markiert und es gab erste Bronzebuchstaben der Schriftgitterwände zu sehen.
Das Modell und Buchstaben in verschiedenen Stadien des Gusses. Im Hintergrund — mit Planen markiert — der Grundriss des Denkmals:
Gedenkort für Deserteure
Von oben nach unten: Gussformen aus Kunststoff, daneben eine Silikonform für E (mit Wachs gefüllt) und F, unten zwei Bronzebuchstaben:
Gedenkort für Deserteure
Das Modell des Gedenkortes vor dem Kriegsklotz, nicht in der richtigen Position:
Gedenkort für Deserteure
Auf dem R ist der kleine Grat zur Verhinderung zu spitzer Winkel zu sehen:
Gedenkort für Deserteure
Anfang November sind die Schriftgitterwände installiert, hier zwei Detailaufnahmen:
Gedenkort für Deserteure Gedenkort für Deserteure

Leistungen: Schriftgestaltung und -anpassung an die Bedingungen des Bronzeguss, Gestaltung, Satz

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